Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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„daß die jungen Herrſchaften wieder da ſind. Der Wagen iſt ſchon ſeit einer halben Stunde eingefahren und wir beſorgten, Sie möchten in dem heilloſen Ge⸗ dränge zu Schaden gekommen ſein.“

„Hat der Graf nach uns— nach dem Fräulein gefragt?“

„Nein, er iſt in der Bibliothek.“

Dabei war nichts Befremdliches; ruhig ſtiegen wir die Treppe hinan.

„Auf Wiederſehen!“ ſagte Angelica im Corridor, wo ſie rechter, ich linker Hand zu gehen hatte.„Ich will nur Mantel und Hut ablegen und ſehen, wie es mit Lavinia's Kopfſchmerzen ſteht. Ich werde den Grafen bei ſeinen Büchern ſtören und ihn hinunter zum Theetiſch führen.“

Während ſie leichtfüßig den Gang entlang eilte, blieb ich einen Augenblick vor der Thüre des Bücher⸗ ſaales, die der Treppe gerade gegenüber lag. Nicht, um zu belauſchen, was etwa darin vorginge, ſondern um dem geliebten Mädchen nachzuſchauen, bis mir auch ihr Schattenbild entſchwunden. Aus der Biblio⸗ thek tönte ein dumpfes Summen und Singen, als ob der alte Herr ſich ſelber eine Tragödie vorleſe. Da er dies öfter zu thun pflegte, konnte es mir nicht ſonder⸗ lich auffallen. Um ſo mehr ſtutzte ich, als mir bei dem

Frenzel, Lebensräthſel. II.