Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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wir ihnen das ihrige. Ich habe kein Herz für die Frömmigkeit Lavinia's und vor den Geiſtern des Oheims keine Furcht. Und Sie denken darüber wie ich. Wir beide wollen eine Verſchwörung ſchließen und ſie zwin⸗ gen, mit uns abzureiſen. Sind wir nur erſt aus dem Hauſe, in der freien, weiten Welt, wie bald werden da alle Geſpenſter als Nebelſtreifen im Sonnenlicht vergehen!“

Darüber waren wir nun doch, wie oft wir auch ſtill geſtanden, wie langſam wir vorwärts geſchritten, dem Hauſe in der Johannisgaſſe näher gekommen. Da lag es jenſeits der Ziegelmauer, mit ſeinen hell er⸗ leuchteten Fenſtern, zwiſchen den entblätterten Bäumen des Vorhofs hervorſchimmernd, und trotz dieſes Glan⸗ zes traurig, einſam und finſter.

„Iſt es nicht ein Bild des Reichthums in der Hand eines harten, ſtolzen und unzugänglichen Man⸗ nes?“ fragte Angelica.„Es glänzt Alles um ihn her, weithin, aber in ſeiner Seele iſt es dunkel und die Freude bleibt ihm fern.“

„Sie haben es getroffen; die Freude, der Genuß des Lebens iſt ihm ferne geblieben“, ſagte ich beinahe unwillkürlich aus meiner Gemüthsſtimmung heraus.

„Aber warum? Beſitzt er doch ſo viele würdige und treffliche Eigenſchaften, um ſelbſt glücklich zu ſein