Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
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darauf gewußt. Endlich— da iſt ein Haufen Papiere, es ſind Rechnungen, Wirthſchaftsbücher, von einer Hand geſchrieben, die er nicht kennt. Aergerlich ſtreut er die Blätter um ſich her, eins behält er in der Hand. Es iſt eine halb ausgeführte Zeichnung, ein Mädchen⸗ kopf— auf grauem Papier mit rothem Stift leicht und feſt hingeworfen, leicht und feſt und von der Hand eines Liebenden. Ein Zittern ergreift Reinhard, er muß ſich an der Lehne des alten Armſtuhls feſthalten. Dieſen Kopf, er hat ihn gezeichnet, es iſt Marie, die Jugendgeliebte. Aber je länger er ihn anblickt, je ſchärfer er jeden feinſten Zug des Geſichts in's Auge faßt, deſto zweifelloſer tritt eine Aehnlichkeit hervor— eine Aehnlichkeit! Er hat das Gefühl, als ſträubten ſich ihm die Haare auf dem Kopfe. Die Wehmuth, die ihn zuerſt beſchlichen, hat einer anderen ſtärkeren und doch namenloſen Empfindung, in der Schmerz und Freude ſich zu gleichen Theilen miſchen, den Platz ge⸗ räumt.— Aber warum zögern? In einer Minute kann er ſich Gewißheit verſchaffen, ob ſeine Ahnung Wahrheit oder Täuſchung ſei. Das Blatt hochhaltend, ſtürzt er aus dem Gemach, eilt die oberſten Stufen der Wendeltreppe hinab und ruft mit erſtickter, beben⸗ der Stimme:„Fräulein Anna! Fräulein Anna!“

Dem jungen Mädchen erklang der Ruf wie ein