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Julia drüben in der alten Heimath vernimmt. Seit Jahren iſt Reinhard niemals von dieſen Erinnerungen gepeinigt worden, hier ergreifen ſie ihn wieder. Was in der Wirklichkeit ein Rauſch, eine Thorheit geweſen war, nimmt allmählig ſich verwandelnd das Gepräge einer Schuld an. Oder erſcheint überhaupt der Leichtſinn der Jugend dem gereifteren Alter als Fehler und Sünde?
Alle dieſe Betrachtungen und Bedenken ſtiegen und ſanken, blitzſchnell wie die Wellen der Brandung, in Reinhard's Seele, während er das Gemach hin und her mit ſtarkem Schritt durchmaß. Dabei fiel ihm das junge Mädchen ein, das draußen ſeiner wartete; es war ihm, als verweile er ſchon ebenſo viele Stun⸗ den im Thurm, als es Minuten waren. Stand ſelbſt die Zeit unter dem Zauber der Vergangenheit? Er machte eine ernſtliche Willensanſtrengung, um fortzu⸗ gehen; an der Thüre kehrte er wieder um. In eifri⸗ ger Haſt zog er die verſchiedenen Käſten des Schrankes auf— ſie waren, wie er es ſich hätte ſagen können, leer. Nur bekehrte ihn dieſer Fehlſchlag ſeine Hoff⸗ nungen nicht; mit verdoppelter Begierde durchſtöberte er jedes Fach, als müſſe ſein Forſchen zuletzt belohnt werden. Wodurch? Wenn ihn der verſtändige Freund Wildenhagen darnach gefragt, er hätte keine Antwort
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