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Früher hatte ſich Anna, in mädchenhafter Scheu, wie verſteckt hinter den Bäumen gehalten; ſo aber, vor ihm, konnte ſie den Kopf nur zur Seite wenden. Es war ihr nicht möglich, ſeinen Blick zu erwidern, ein dunkles Feuer blitzte darin, und zuleich überzog eine ſchwere Wolke ſeine noch ſoeben heitere Stirne. Seine Lippen bebten und er mußte ſie mit ſichtlicher Gewalt auf einander preſſen, um die Frage, die ſich über ſie drängen wollte, im Herzen zu verſchließen.
„Fräulein Anna,“ ſagte er rauh und heiſer und ſtreckte die Hand nach ihr aus, als müſſe er ſich durch die Berührung verſichern, daß er keine Erſcheinung, die aus Luft gewebt in Luft zerflattere, ſondern eine Sterbliche vor ſich habe.
Dieſe Verwandlung des vorher ſo ruhigen und ſeiner ſelbſt ſo ſicheren Mannes übte eine mächtige Wirkung auf das Mädchen aus. Noch nie hatte ſie in ihrer glücklichen Unerfahrenheit den Anblick eines Menſchen gehabt, der mit einer Leidenſchaft ringt. Sie fühlte ſich wie am Boden gefeſſelt, unbeweglich, mit bleichen Wangen und ſtarren Augen, ſtand ſie; zuletzt waren doch ihr Mitleid und ihre Kindlichkeit die ſtär⸗ keren Gewalten.„Was iſt Ihnen?“ fragte ſie ſchüchtern. „Wollen Sie niederſitzen? Ich hole Ihnen einen friſchen Trunk Waſſer.“
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