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Eins war über allen Zweifel: fürchtete Gabriele aus irgend einem Grunde die Nachſtellungen der Gräfin Lindenburg, die Leidenſchaft Hermann's— keine ſicherere Zuflucht hätte ſie wählen können, als das Haus Grunow. Frau Leonore Grunow war eine heftige und unverſöhnliche Feindin des Adels; Spötter behaupteten, weil ſie in ihrer Jugend einen adeligen Offizier geliebt und keine Gegenliebe gefunden habe. Warum ſich Karl über dieſe Entdeckung freute, war ſchwer zu ſagen, aber ebenſo wenig vermochte er das freudige Gefühl wegzuleugnen, mit dem ihn der Ge⸗ danke erfüllte: eine ſtarke und hohe Schranke trenn⸗ Hermann und Gabriele. Es war ein ſchlimmes Vor zeichen, daß er ſeiner Rolle eines Beſchützers der Lieben den ſchon untreu wurde, noch ehe er ſie recht begonnen hatte.
Jedes Ding, ſagt das Alltagswort, hat zwei Sei⸗ ten; ſo war es auch mit dieſen Ereigniſſen. Wenn ſie Karl's Anlage zum träumeriſchen Grübeln förderten, wenn ſie ihn ängſtigten und quälten, ſo gaben ſie ihm doch auch, was er ſich ſo lange vergeblich gewünſcht, eine andauernde Beſchäftigung, eine Arbeit, die er ſelbſt vollenden mußte, bei der er nicht gut die Hülfe eines Andern in Anſpruch nehmen konnte. Vielleicht
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