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Familien aus der Stadt, in der Gabriele bisher ge⸗ lebt.
„Wo?“ unterbrach ſie haſtig Karl.
„In Weimar“, antwortete die Frau.„Der Abbé Liszt hatte eine große Theilnahme für ihr Talent ge⸗ zeigt. Sie gaben ihr alle die beſten Zeugniſſe. So hatte ich gegen Cäciliens ſchwärmeriſche Freundſchaft für Gabriele nichts einzuwenden. Ein Zufall ſollte ſie mir bald unendlich theuer machen. Bei einem weiteren Ausflug ins Lahnthal hatten ſich die beiden Mädchen von der übrigen Geſellſchaft getrennt und irrten auf den Höhen und in den Schluchten einſam
umher. Waghalſig, wie Cäcilie iſt, war ſie trotz der
Warnung der älteren Freundin auf eine Felszacke ge⸗ klettert, verlor das Gleichgewicht und ſtürzte den Ab⸗ hang nieder...“
„Um Gottes willen!“
„Zum Glück war Gabriele da, die ihr mit eigener Lebensgefahr nacheilte und ſie gerade da, wo die Fels⸗ wand jäh in die Tiefe fällt, mit ihren Armen auffing. Doch war ſie arg zerſchlagen, ein heftiges Nervenfieber ſtellte ſich ein, während deſſen ſie Gabriele wie eine Schweſter, wie eine zweite Mutter gepflegt hat— denn ich, lieber Freund, ich war von dem Unglück und
dem Jammer eine Weile rathlos und ſtarr...“ 3*


