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ein Netz, deſſen feſt verſchlungene Maſchen ihm ſchon unzerreißbar dünkten. Und mit ihm zugleich war jene Gabriele darin gefangen. Durfte er noch daran zwei⸗ feln, daß es ihr Auge geweſen, das vorhin brennend an dem Becher gehaftet? Dem Becher, der ihr nur zu vertraut war, aus dem ſie wie oft getrunken haben mochte... Liebe und Eiferſucht, Rache und Tod, Zaubertränke... Lucretia Borgia's Becher... Hier wurde der Träumende von einem Vorübergehenden, an den er angerannt war, ſo heftig zurückgeſtoßen, daß die Proſa der Straße und die Empfindung der Wirk⸗ lichkeit ihn aus dem Abgrund ſeiner phantaſtiſchen Vorſtellungen riſſen. Eine Weile nahm der Verſtand und die nüchterne Ueberlegung wieder die Herrſchaft ein. Die Geſellſchaft der Menſchen, das Treiben und Wirren eines großen Wirthshauſes wird deine Grillen
zerſtreuen, dachte er und trat in eine der glänzenden
und reich ausgeſtatteten Wirthſchaften ein, die hier mit den feinſten und ausgeſuchteſten Leckerbiſſen hinter den Spiegelſcheiben das Auge erfreuen und den Gau⸗ men locken.
Indeſſen verſuche nur einer, die Geiſter zu bannen! Zwar hatte Karl einige Bekannte getroffen und Ge⸗ ſpräche mit ihnen geführt, als er aber einige Stunden ſpäter ſich allein in ſeinem Bibliothekzimmer fand—


