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Triſtan und Iſolde... Hätten Sie den Becher ge⸗ ſehen...
„Welchen Becher?“ fuhr nun ſeinerſeits Karl auf. War es ein Dämon oder war er es ſelbſt, der den vor einer halben Stunde gekauften Silberbecher mit den wilden Reden des Freundes in einen abenteuer⸗ lichen Zuſammenhang brachte?
„Ein Wunderbecher... Nein, im Ernſt, lieber Strupp! Das wäre etwas für Sie geweſen. Ein echtes Stück italieniſcher Renaiſſance. Irgendwo in Italien hatte ihn mein Oheim erſtanden.“
„Ihr Oheim? In Italien!“ Wie hilfeſuchend, rathlos blickte Karl umher und rückte ungeduldig auf ſeinem Stuhl.
„Ja doch! Mein Oheim liebte ſolche Antiquitäten, wie Sie! Und dieſer Becher: Lucretia Borgia hat aus ihm getrunken... Denken Sie nur, Lucretia! Er trägt am Fuß das Wappen der Borgias und die Jahreszahl 1501.“
„Lucretia's Becher!“ Dem guten Karl ſträubten ſich alle Haare auf ſeinem Haupt.
„Aus dieſem Becher hat mir Gabriele zugetrunken. Verſtehen, ahnen Sie nun, Mann mit dem ledernen Yankee⸗Herzen? Genug, genug! Ich habe Ihr Wort— Sie wiſſen nichts von Gabrielen?“
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