Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

mig, gleichmäßig und höchſt vernünftig, das iſt das Grundübel und die Grundwahrheit dieſer Welt.

Kaum hatte er ſich, nach einem flüchtigen Gruß gegen den einſamen Leſer, der mit ihm den Raum theilte, in einen Lehnſtuhl am Fenſter geworfen und in mechaniſcher Gewohnheit den Kurszettel der Abend⸗ zeitung überflogen, ſo ſtürmte es mit haſtigen, kräftigen, ſporenklirrenden Schritten in das Zimmer. Es war Graf Hermann Lindenburg, ein ſchlanker Dragoner⸗ offizier, dem die blaue kleidſame Uniform mit gelben Aufſchlägen vortrefflich ſtand. Hochgewachſen, mit blondem Vollbart, mit blitzenden blauen Augen, mit kräftigen, edel geſchnittenen Zügen, denen nur ein zu ſtarker ſinnlicher Ausdruck aufgeprägt war, erſchien er in Allem als der Gegenſatz zu dem ſchmächtigen, fein⸗ gegliederten, braunäugigen Freunde, der in ſeinem ganzen Weſen etwas durchaus Friedliches und im Ge⸗ ſicht das Träumeriſche eines echten Muſikers hatte. Beide ſchüttelten ſich die Hand; ſeit Karl Strupp wie⸗ der in ſeiner Vaterſtadt lebte, kannten ſie ſich. Aus einer Begegnung im Theater war eine Art Freund⸗ ſchaft erwachſen, die für den Lieutenant auf einer realen Grundlage, der Börſe des Freundes, beruhte, für Karl dagegen einen idealen Schimmer bewahrte. Hermann Lindenburg erſchien ihm als das Vorbild

weiter, tener be ein and