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beſtimmten Perſönlichkeit in Verbindung zu bringen; nur dies war ihm gewiß, daß er ihn niemals aus dem Munde ſeines Vaters vernommen, und er wollte ſchon der Gräfin bemerklich machen, daß ſie ſich, was auch immer ihr Anliegen ſei, bei ihm nicht an den Rechten gewandt habe, aber ſie ließ ihm in ihrem Eifer gar nicht das Wort.
„Mein Bruder,“ ſagte ſie haſtig,„ſtarb plötzlich. Am Abend war ich noch mit ihm zuſammen geweſen; in der Nacht verſchied er am Schlagfluß. Urplötzlich, nicht er noch einer aus der Familie hatte ein ſolches jähes Ende befürchtet. Ein Teſtament war nicht vor⸗ handen.“
Eine Pauſe entſtand.„Ihr Herr Bruder war nicht verheirathet?“ fragte abſichtslos Karl.
„Nie. Ich war ſeine nächſte, beinahe ſeine einzige Anverwandte. Wie es bei einem ſolchen Schreckens⸗ falle nicht anders ſein konnte, waren die Papiere meines Bruders in Unordnung. Ich ſuchte umſonſt nach Aufklärungen, die mir nothwenig waren. Die Briefe Ihres Herrn Vaters, die mir erſt längere Zeit nach dem Tode meines Bruders in die Hände fielen, erweckten in mir die Hoffnung, daß er mich vielleicht..“
„Aber er iſt todt,“ unterbrach ſie Karl.„Handelt es ſich, wie ich beinahe vermuthen muß, um ein Geld⸗


