Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
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Eben war er heute, nach Abhaltung ſeiner Ge⸗ ſchäftsſtunde, in ſeinem kleinen eleganten Wagen, den er ſelbſt fuhr, nach ſeiner Privatwohnung zurückgekehrt und lag träumeriſch auf dem Sopha, als ihm ſehr un⸗ erwartet und unwillkommen der Beſuch einer Dame gemeldet wurde.

Gräfin Leontine Lindenburg, las er auf der Karte, die ihm ſein Diener überreichte.

Lindenburg... hm! Führe ſie in den Empfangs⸗ ſalon. Ich käme gleich... wäre noch überhäuft... mit Geſchäften.

Er wollte aber nur Zeit gewinnen, ſeines Ver⸗ druſſes und ſeiner Befangenheit Herr zu werden.Her⸗ mann's Mutter! ſprach er vor ſich hin.Was will die bei mir? Sie ſoll eine böſe adelsſtolze Frau ſein.. Und kommt zu mir? Sie wird doch nicht wegen ihres Sohnes Schulden Erkundigungen bei mir feinziehen wollen? Das wäre! Die jämmerliche Summe!

Damit war er hinüber gegangen.

Eine Dame im Anfang der fünfziger Jahre, eine ſtattliche, würdevolle Erſcheinung mit grauen Locken, ſtarren, nicht unſchönen Zügen, mit kalten Augen, im ſchweren ſchwarzen Sammtkleid ſtand Leontine vor ihm. Nach den erſten Begrüßungen begann ſie mit klarer Stimme, in ſelbſtbewußter Ueberlegenheit