Teil eines Werkes 
2. Bd. (1871)
Entstehung
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führte. Die Wunde ſeines Leibes hatte ſich vernarbt, aber die Wunde ſeines Herzens blutete noch und würde er wenigſtens glaubte es ewig bluten. Wozu Viele ein langes Leben gebrauchen, ihm hatte das Schickſal in kurzen Wochen die Lehre gegeben, welche das Welträthſel erſchließt, daß unſer Daſein eine Kette von Irrungen und Enttäuſchungen, und Entſagung unſere einzige Rettung daraus iſt. Wie im Sturm hatte er die unbändigſten Leidenſchaften, Liebe, Haß und Eiferſucht, und den Tod in ſeiner ſchrecklichſten Geſtalt, wenn wir ſelbſt ſein Vollſtrecker ſind, kennen gelernt. Was wollte, was ſollte er noch in dem Strudel dieſer Stadt? Draußen ließ ſich das kurze höhniſche Gelächter nicht mehr vernehmen, aber wie oft erſcholl es noch vernehmlich dem Ohr ſeines inneren Menſchen!

In der traurigen Muße der Krankheit war er ſich der tiefen Kluft bewußt geworden, die Marie von ihm trennte; nicht nur äußerlich ſchieden ſie Geburt, Rang und Vorurtheil ein Vorurtheil iſt nicht unbeſieg⸗ bar, hieß nicht Voltaire's Komödie:Das überwun⸗ dene Vorurtheil? auch ihre Seelen wollten nicht mehr harmoniſch zuſammenklingen. Mit dem glück⸗ lichen Leichtſinn der Künſtlerin hatte ſich Marie bald über die ſchmerzlichen Ereigniſſe hinweggeſetzt und in