Lande, in ernſthafter, angeſtrengter Beſchäftigung, ein Mann der Arbeit zu werden. Er ſtand an der Schwelle des dreißigſten Jahres; die Thorheiten, der fröhliche Lebensgenuß hatten allmählich ihre Friſche und ihren Reiz für ihn verloren, und die männlicheren Leiden⸗ ſchaften des Ehrgeizes, des Erwerbs, der Macht Beſitz von ſeiner Seele ergriffen. Auch that er wohl daran, ſich durch die Verwaltung eines kleinen Guts auf die der großen Beſitzungen ſeiner Couſine vorzubereiten, wenn es ihmbeſchieden ſein ſollte, ſie heimzuführen. Und um Helenens Liebe zu gewinnen, war, wie er bald gemerkt, ein beſtändiges Werben nöthig. Sie hatte ein gebiete—
riſches, launenvolles Weſen; wie alle Mädchen, die das
Glück mit großem Reichthum ausgeſtattet, begegnete ſie den Huldigungen der jungen Männer mit unverkenn⸗ barem Mißtrauen und hegte jenen romanhaften Wunſch, nur um ihrer ſelbſt willen geliebt zu werden, ſo oft ihr Verſtand auch dagegen anführte, daß es ja in der Welt, wie ſie einmal iſt, für die Andern unmöglich wäre, eine Trennung ihrer Perſönlichkeit von allen Be⸗ ziehungen, Umſtänden und Verhältniſſen vorzunehmen. Zu dem hohen Selbſtgefühl Helenens geſellte ſich das Bewußtſein vollkommener Freiheit in der Wahl ihres Gatten. Nach dem Willen ihres Vormunds ſollte ſie erſt mit dem Abſchluß ihres einundzwanzigſten Jahres,


