ſich auch unſere Gedanken begegnen mochten, wir äußerten ſie nicht laut. Das Ziel, dem wir zugingen, brauchte Keiner dem Andern zu ſagen: es war Cöleſtinens Haus. Ein kalter ſcharfer Oſtwind ſtrich durch die Gaſſen und traf uns ſchneidend in das Geſicht. Trotz ſeines Mantels fror Fehmar; die Gluth des Fiebers, das in ſeinen Adern tobte, kämpfte gleichſam mit dem eiſigen Hauch des Windes. Mir war der Gang ſchon recht; er be⸗ ruhigt ſich vielleicht, hoffte ich mit einem Blick auf meinen Gefährten und überlegte zugleich, welche Mittel, welche Möglichkeiten mir zu Gebote ſtänden, ihn von einer Gewaltthat abzuhalten. Vor einer Gewaltthat gegen ſich ſelbſt oder gegen Adolf und Cöleſtine. Die
Armen, welch' ſchreckliche Ueberraſchung drohte ihnen! Mars und Venus im Netz des Vulkan's! Kein Zweifel, man hatte ſie verrathen. Längſt mochte die Zofe von Fehmar beſtochen ſein und ihn von allen Schritten ihrer Herrin benachrichtigen. Da war nun nichts mehr zu ändern, ſie mußten das Verhängniß hinnehmen, wie es kam.
Fehmar ſchritt ſchnell und weit aus, ich war außer Athem, als wir das Spukhaus erreicht. Erſt als wir in dem langen düſtern Flur ſtanden, fiel es mir auf, daß er dieſen Weg eingeſchkagen; es wäre klüger ge⸗ weſen, wenn wir von der Burgſtraße her eingetreten.


