Teil eines Werkes 
1. Bd. (1871)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

wegende Mann werde ſie heirathen. Was ihn bei all' ſeiner Liebe verhindert hatte, ihr dieſe Verbindung an⸗ zutragen, war ſeine Sache, ihr konnte man es nicht verargen, wenn ſie in einer andern Neigung Entſchädi⸗ gung ſuchte. 3

Das iſt zu viel, zu viel! rief da Fehmar und zerknitterte den Brief, den er erhalten. Zu ſeiner ganzen Höhe aufgerichtet, ſtand er im Gemach, mit funkelnden Augen. Nichts mehr von Träumerei und Myſtik, es war etwas von einem Löwen in ihm. Ehe ich mich zu einer Frage faſſen konnte, hatte er den Schrank ge⸗ öffnet und aus einem Kaſten einen Revolver geriſſen. Was wollen Sie thun? Damit wollte ich mich auf ihn ſtürzen, er hielt mich mit dem Arm zurück.Ruhig!

Ruhig! ſagte er und ſteckte die Waffe in die Bruſt⸗

taſche ſeines Rocks. Auf ſein Klingeln brachte ihm der Diener Hut und Mantel, einen weißen Mantel, wie ihn die öſtereichiſchen Officiere tragen.

Sie werden ſich meine Begleitung gefallen laſſen müſſen, Herr von Fehmar, ſagte ich, alle meine Ent⸗ ſchloſſenheit zuſammen nehmend, auf der Treppe zu ihm.

Ich lehne ſie nicht ab, entgegnete er kurz und hart.Ich fürchte die Zeugen nicht.

Auf der Straße ſprachen wir vom Anfang zum

Ende unſeres Weges kein Wort mit einander; wie oft

Frenzel, Geheimniſſe. I. 14