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doch nie geſtillte Sehnſucht! Ich war kaum den Knaben⸗ jahren entwachſen, als ſie ſtarb. Sie war immer kränk⸗ lich geweſen, ſeit ich ſie kannte, aber mild und ſanft, eine ätheriſche Schönheit, eine verklärte Anmuth. Ihr Bild begleitete mich nach dem Kaukaſus, es umſchwebte mich in den Schrecken von Sebaſtopol. Wie der Strahl aus einer ſchönern Welt ſtieg es zu mir nieder; es gab zwiſchen mir und dieſer Seele einen unbeſchreiblich wohlthuenden, tröſtenden Verkehr. Kein Wort einer irdiſchen Sprache genügt dafür: eine Miſchung von Liebe, Freundſchaft, Anbetung und Entzückung... Sie verſtehen mich nicht..“
„Doch, doch!“ entſchlüpfte es mir. Zu verſtehen war ſeine Schwärmerei freilich nicht, aber bis zu einem gewiſſen Grade wenigſtens nachzuempfinden. Dieſe ſeltſame Verbindung von Krieger, Mönch und Künſt⸗ ler in ihm zog mich an; war dies das Holz, aus dem das Mittelalter ſeine Ritter und Heiligen geſchnitzt?
„Sie werden mich beſſer verſtehen“, fuhr er fort, „wenn ich Ihnen bekenne, daß dieſer Idealismus nun doch nicht vor den Blicken einer Tänzerin Stand hielt. Soll ich ſagen, daß Cöleſtine für mich etwas Anderes war und iſt, als die Welt in ihr ſehen will? Welch' ein Tiefſinn ſteckt in der Lehre von der Wanderung der Seele! Alle, Leidenſchaften, Kämpfe, Sünden muß
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