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„Das iſt ein ſehr liebenswürdiger junger Mann,“ ſagte halblaut der Bräutigam zu ſeiner Braut;„er hat ein ſo offenes Weſen, das im Augenblick für ihn einnimmt. Man denkt an die tapferen und luſtigen Helden Arioſto's.“
„Ich wünſche ihm Glück zu dem guten Eindruck, den er auf Sie gemacht,“ entgegnete froſtig Melanie.
„Habe ich da eine nnangenehme Saite berührt?“ dachte Albert.„Hat ſie etwas gegen ihren Vetter?“
Bei ſeiner aufmerkenden und grübleriſchen Natur nahmen unwillkürlich ſeine Gedanken eine Weile die⸗ ſelbe Richtung und beſchäftigten ſich ausſchließlich mit dieſen beiden Perſonen, mit der Braut, die ihm zur Rechten mit geſenkten Blicken und ſtrenggeſchloſſen Lip⸗ pen, und dem jungen Offizier, der mit lachendem Munde und blitzenden Augen ihm ſchräg gegenüber ſaß. Als er ſie einige Minuten beobachtet hatte, ſchien es ihm nicht mehr zweifelhaft zu ſein, daß die beiden Verwandten in keiner Harmonie zu einander ſtänden, und daß, wenn auch nicht ein ausgeſprochener Haß, ſo doch eine ſtille Abneigung zwiſchen ihnen herrſche, die den jungen Mann antriebe, ſeine ſchöne Baſe fort⸗ während zu necken und zu reizen, und die ſie zwänge, ſeinen Spott mit ſcharfer Nichtachtung und zuweilen mit einem drohenden Zlick zu vergelten.


