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Das arme Maͤdchen ſchwieg auf's ſichtlichſte, durch den unerwarteten Antrag geaͤngſtet. Ihr war ſo, als falle das erſte Tageslicht zwiſchen Traum und Wachen. Die Seele lag noch in jenen dumpfen Banden, waͤhrend ſich ſchon das neu erregte Leben der Außenwelt zukehrte. Sie verſtand ſich in dem Wiederſpruch nicht, und fing heftig an zu weinen.
Denke doch an alles, was Du der Frau Vieomteſſe ſchuldig biſt, erinnert ſie Aubin jetzt, und was Du dem Fraͤulein verſprachſt. Willſt Du treulos Dein Wort brechen?
Sie ſah ihn beſtuͤrzt an. Treulos! fragte ſie. Ihr Auge hob ſich zum Himmel auf. Nun, Gott weiß! rief ſie beklommen, was es mit dem Worthalten auf ſich hat? und was hier Pflicht iſt? und was nicht? Ich dachte, endlich an mei⸗ nem Kummer zu ſterben, und von aller Ungewiß⸗ heit auf Erden los zu kommen. Aber es ſoll nicht ſein, das merke ich wohl. Nun rathe Du mir, Aphodiſe, bat ſie, die Schweſter lebhaft bei der Hand faſſend, ich kann nicht bleiben und weiß


