Teil eines Werkes 
2. Th. (1824)
Entstehung
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ſchaftliches Gemuͤth, durch vorauseilende Phan⸗ taſie fortgeriſſen, ſcheuet beſonders den Blick auf vertraute Gegenſtaͤnde zu richten. Jedes duͤnkt ihm, nach der eben gemachten Erfahrung, ſchnellem, ploͤtzlichem Wechſel unterworfen, kei⸗ nes darf die Waͤrme des Gefuͤhls ungeſtraft in Anſpruch nehmen, alles iſt eitel, die Empfin⸗ dung ſchlummert, das aufgeſchreckte Gewiſſen allein hat eine Stimme, ſeit die gewaltige Kluft zwiſchen hier und dort am Sarge eines gelieb⸗ ten Verlornen ihr dunkles Thor oͤffnete. Juliette befand ſich ganz in dieſem Fall. Ihre Welt war mit einemmale verfinſtert. Hef⸗ tig, ja gewaltſam im Schmerze, kannte ſie nichts mehr außer dieſem, Gedanken und Wuͤnſche ſchienen geſtorben. Eine Art ſtarrer Traͤumerei hatte ſich des Maͤdchens bemaͤchtigt. Anfangs

ließ ſie ſich mechaniſch zu ihrer Nachbarin Mag⸗

delene hinuͤberfuͤhren, nachher ward ihr aber der Gang dahin zuwieder. Sie ſetzte den Fuß nicht mehr uͤber des Hauſes Schwelle. In dem Maaße nun wie ſie ſich von allem Fremdartigem ab⸗ wandte, mehrte ſich die Furcht vor deſſen lei⸗

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