Teil eines Werkes 
2. Th. (1823)
Entstehung
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und das milde Fruͤhlingsleben, das in dem Einzelnen die Keime des Glaubens und der Liebe hervor getrieben, und den Lorber wie die Palme zu einem Fruͤchtekranz ſegnender Tu⸗ genden geſchlungen es iſt zwar zu einem heißen, gewitterreichen Sommer geworden und auch die Schnitter ſind bereit, zu ſammeln, was ſie einſt in Hoffnung ausgefaͤet und mit ihrem Blute geduͤngt haben allein in die reifende Frucht hat ſich ein Wurm gebohrt, und aus der ſchoͤnen, ſtolzen Blume, die ihre Krone zur Sonne erhob, iſt, nach der Mei⸗ nung ſo Vieler, ein Unkraut geworden, das giftigen Saamen in ſeinen Kapſeln traͤgt.

Es iſt fruͤher nicht anders und beſſer ge⸗ weſen. Das iſt das Loos der Menſchheit, daß ſie das beweinen muß, was ihre Begeiſterung erzeugte; daß ſie das eigne Kind, das ſie mit Schmerzen geboren, auf einen Scheiterhaufen ſtellen muß, waͤhrend die ihr untergeſchobnen Wechſelbaͤlge das Holz dazu herbeitragen; das iſt ihr Loos von jeher geweſen, daß ſie den be⸗ ſchwornen Geiſt, den ſie an ihre Kreiſe bannt, endlich, nachdem er Antwort auf ihre Fragen gegeben, vor ihren Richterſtuhl ſtellen muß, um ihm wie einem Ketzer den Prozeß zu ma⸗

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