— 25—
ganz in der Stille ehelich verbunden wird. Bald darauf erhaͤlt das Regiment Befehl nach Rußland aufzubrechen, um ebenfalls eine Rolle in dem großen Trauerſpiel zu uͤbernehmen, und das treue, deutſche Eheweib folgt dem Manne, Vater und Mutter verlaſſend, und theilt mit ihm alle Beſchwerden und Leiden des Krieges.
Die Nachrichten, die von Zeit zu Zeit ein⸗ liefen, ließen den ungluͤcklichen Ausgang deſ⸗ ſelben vermuthen, wodurch wohl Niemand un⸗ ruhiger wurde, als die armen Aeltern der jun⸗ gen Ehefrau. Endlich blieben alle Nachrichten aus, der fuͤrchterliche Ruͤckzug begann, der unſre Freiheit begruͤndete, und in der allge⸗ meinen Freude, die dieſer ploͤtzliche Wechſel des
Schickſals verurſachte, war faſt jede Spur der
Erinnerung an die fruͤhere Garniſon getilgt,
und jenes junge Weib, ſo wie tauſend Andre,
zu den Todten gezaͤhlt. Da tritt in der Mitte Aprils ploͤtzlich ein abgehaͤrmtes Weib in die Stube des Pfarrers und begehrt fuͤr ihre Toch⸗ ter die Taufe. Sie wird bald als die von Allen Aufgegebene erkannt, und auf die Frage des erſtaunten Predigers, wo denn die Kleine geboren ſey, erzaͤhlt ſie ungefaͤhr Folgendes, vielleicht mit andern Worten:


