Teil eines Werkes 
1. Th. (1823)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

Heerſchaaren, die ein klaͤgliches Bild menſchli⸗ cher Hinfaͤlligkeit und ein verdaͤchtiges von menſchlicher Groͤße gaben; immer klarer trat uns ihr und das Schickſal ihres despotiſchen Fuͤhrers vor Augen, immer deutlicher ſahen wir in jenem Brande das Morgenroth der neuen Zeit, und die Zeichen des goͤttlichen Weltgerichts, das in der Regel ſchon auf Er⸗ den den Suͤnder und verſtockten Verbrecher erreicht.

Aber noch lag das Vaterland in der al⸗ ten Erſtarrung und Finſterniß begraben, und nur ein freundlicher Stern, wer kennt ihn nicht, ſchien in ſeine Nacht hinein. Ich be⸗ ſuchte wie gewoͤhnlich, nach vollendetem Tage⸗ werk, den redlichen Pfarrer des Orts, als dieſer mir an einem Nachmittag ſchon in der Thuͤr mit einem Zeitungsblatt entgegeneilte. Der Koͤnig hatte ſein Volk zu den Waffen ge⸗ rufen. Kein Zwang, nein, freier, begeiſterter Wille ſollte die Bluͤthe deſſelben unter ſeine Fahnen verſammeln. Zitternd vor Freude und wie betaͤubt durch das Folgenreiche dieſes Auf⸗ rufs, las ich ihn ein zweimal durch und ſank uͤberwaͤltigt von frohen Empfindungen an