Druckschrift 
David Alroy / frei nach dem Engl. von D'Israeli
Entstehung
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Sage mir das noch einmal, mein David, laß ſie mich noch einmal hören, dieſe Worte des Troſtes!

O es iſt vollkommen wahr, meine treue Freundin. Ich ſpreche es nicht bloß aus freundlicher Verſtellung, um Dir Freude zu machen. Denn wiſſe, in vergangener Nacht

.ob nun dem Herrn gereute ſeines Zornes, oder ob einige furchtbare Prüfungen, von denen ich nicht ſprechen, nie mehr an ſie denken mag, mir Verzeihung erworben hatten für meine vielfachen Sünden... aber es geſchah, daß um dieſe Zeit, als mein Engel Mirjam ihre freundliche Botſchaft ſandte, ein Gefühl der Ruhe über mich kam, wie ich lang ſchon es mir erſehnt. So fiel ich denn in einen Schlummer, tief und ſanft, und ſtatt jener wilden und wir⸗ ren Bilder, die während der letzten Zeit mein Hirn um⸗ ſchwirrt hatten, wenn es ruhen ſollte, ſtatt der Blitze von Herrſchaft und Verſchwörung, der Züge grimmigen Krieges und höhnender Liebe, ſtand ich an unſerm hei⸗ mathlichen Springbrunnen und pflückte Blumen mit meiner frühſten Jugendfreundin. Und als ich die blühenden Ge⸗ fangenen um Deine fliegenden Locken wand, und Dich küßte als Du lächelteſt, da kam Jabaſtor, der große, belei⸗ digte Mann, nicht mehr ernſt und zürnend, ſondern mit wohlwollenden Blicken, und voll von Liebe. Und er ſagte: David, der Herr hat Deine Glaubenstreue geſchaut, ohn⸗ erachtet der Finſterniß Deines Kerkers. Damit verſchwand er. Geliebte Schweſter, er ſprach von einigen harten Ver⸗ ſuchungen, denen ich durch Hülfe des Himmels widerſtan⸗ den. Nichts mehr davon! Ich erwachte. Und horch! Noch hörte ich meinen Namen rufen. Voll meines Morgentrau⸗ mes dachte ich, Du ſeieſt es und antwortete: Theure Schweſter, biſt Du hier? Aber Niemand antwortete wieder. Und als ich dann nachdachte, erkannte mein Gedächtniß jene ſchwirrenden Töne wieder, welche Alroy in Jabaſtor's Höhle beriefen.

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