284
Weibe leben. O! ich bin wieder glücklich, da ich in Dei⸗ ner Nähe bin! Nur Deine Trennung von mir war Elend für mich! Dieſer Kerker, mir ſcheint er unſer glänzender Kiosk! Iſt es der Sonnenſtrahl oder Dein Lächeln, mein Süßer, was dieſe Mauern ſo mit Wonne erfüllt?“
— Lächelte ich? O! das will ich nicht glauben!—
„Ja, Du thateſt es. O ſeht, er lächelt wieder. Dieß iſt ja Freiheit! Es giebt nichts was Unglück hieße. Es iſt nur eine Lüge, um Thoren zu ängſtigen!“
— Honain! was iſt das? Bin ich nicht wirklich heiter? Liegt denn in ihrem Athem ſchon eine ſolche Begeiſterung? Ich bin ein anderes Weſen. O! verſchwende keine Küſſe an dieſe häßlichen Feſſeln.—
„Mir kommen ſie golden vor.“
Sie ſchwiegen Beide. Schirin zog Alroy auf den rauhen Sitz, ſetzte ſich ſchmeichelnd auf ſeine Kniee, ſchlang ihre Arme um ſeinen Nacken und verbarg ihr Geſicht an
ſeiner Bruſt. Nach einigen Minuten erhob ſie wieder ihr
Haupt und flüſterte mit dem unwiderſtehlichen Tone ſüßen Jubels in ſein Ohr:„Morgen werden wir frei ſein!“ — Morgen! Iſt das Gericht ſo nahe?— rief der
Gefangene mit bewegter Stimme und veränderter Miene:
— Morgen!— Nicht ohne Haſt zog er Schirin von ſeinen Knieen und ſprang von ſeinem Sitze auf.— Morgen!
o wenn es doch vorüber wär'! Morgen! Liegt mir doch in
dieſem einzelnen Worte das Schickſal von Jahrhunderten! Soll man ſagen, daß morgen Alroy...
Ha! wer biſt Du, der jetzt vor mir emporſteigt? Furchtbarer, gewaltiger Geiſt, Du biſt zeitig genug gekom⸗ men, mich von meinem tiefſten Verderben zu retten. Nimm mich an Deine Bruſt, die nicht durchbohrt ward. Nein, ſie durchbohrten Dich nicht! Du ſiehſt mich hier verkehrend mit Deinen Mördern. O! ich bin unſchuldig. Frage ſie, furchtbarer Geiſt, frage ſie und rufe ihre feindlichen Seelen
auf zu p ſchvc
99 gekreiſch wild, u wie er den Auc verlaſſen
Der ſuchte e wagte e wandte Stimme:
Hor ſeinen A Noch nie
„S gewiß et
„ Honain!
ſo! ha, Unſchul nicht ei die dies


