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Er wendet ſich um, er blickt in ein Geſicht, ſchön wie die geſtirnte Nacht— in jenen Ländern, wo kein Wölkchen ſich am Himmel erſchauen läßt, wo alles un uten auf der Erde ſo mild iſt und alles oben in der Luft ſo ſtill, daß jede Leidenſchaft hinwegſchmilzt, und das Leben nur ein duftender Traum zu ſein ſcheint.
— Ich bin auch gewandert in dieſen Ländern und habe ſie durchſtreift, die tönenden Haine des Jordan. Ach! könnte die Nachtigall, die zu Syriens Roſe ſang, jetzt zu mir ſingen, den Ruhm kommender Jahre würde ich darum geben, ihren Akkorden zu lauſchen!—
Er wendet ſich, er ſchaut und neigt ſich herab. Sein Herz iſt voll, ſeine Stimme leis.
„Mirjam! Du Verſcheucherin der finſteren Geiſter! Biſt Du es? Was uiſſi Du hier?“
— Was ich hier will? Biſt denn Du nicht hier? und bedarf ich noch eines andern Grundes? O theurer Bruder, ich bitte Dich, komm mit mir und miſche Dich in unſer Feſt. Unfre Wände ſind behangen mit den Blumen, die Du liebſt. Ich pflückte ſie am Rande des Quells. Die heiligen Lampen ſind geſchmückt und aufgeſtellt, und Du mußt heller auflodern laſſen ihre erſte Flamme. Außer dem Thore wartet meine Dienerin, um Dir ein feſtlich Kleid zu bieten. Komm alſo, theurer Bruder, komm und miſche Dich in unſer Feſt.—
„Warum ein Feſt?“
— O! ſind denn nicht in Deinem theuren Namen dieſe Lampen entzündet, dieſe Kränze anſgebangen⸗ Heut iſt uns ein Fürſt gegeben, heut—
„Ein Fürſt ohne Reich!“
— Doch nicht ohne das, was ein Reich koſtbar macht, und wonach manch' königliches Herz geſeufzt hat— treue Unterthanen.—
„Sklaven, Mirjam, nichts als Sklaven.“


