Druckschrift 
David Alroy / frei nach dem Engl. von D'Israeli
Entstehung
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Wer heißt euch, ſich zu wundern? Wie lang willſt Du noch hier müßig ſtehen?... Geh und beeile Dich!... Sie wundern ſich, daß er heut nicht mit dem Tribut ge⸗ zogen iſt. Seht doch! des Volkes Stimme! Dieſer Knabe wird noch unſer Untergang ſein: eine kluge Hand um un⸗ ſer zerſplittertes Scepter zu führen! Ich habe ihn beobachtet von ſeiner Kindheit an; er ſollte gelebt haben in Babylon. Das alte Blut der Alroy fließt noch in ſeinen Adern. Ein hoch ſich wagender Stamm! Als ich jung, war ſein Groß⸗ vater mein Freund. Ich hatte da ſelbſt noch ſolche Ein⸗ bildungen. Träume, Träume! Wir ſind gerathen in böſe Zeiten, und dennoch gedeihen wir noch. Ich habe lang genug gelebt, um zu begreifen, daß eine reiche Caravane, beladen mit den Shawls von Indien und den Stoffen von Samarkand, wenn auch gerade nicht wie ein Tanz vor der Bundeslade, doch auch einen guten Anblick gewährt. Und unſre hartherzigen Gebieter mit all' ihrem Stolze, können ſie denn beſtehen ohne uns? Darum ſprießen wir noch im mer friſch auf. Ich habe gelebt um zu ſehen, wie der hochmüthige Kalif herabgeſunken zu einem Sklaven, niedriger als Israel. Und die ſiegreichen, wollüſtigen Seldſchucken, zittern ſie nicht eben jetzt bei der leiſen Nennung des fernen Namens von Arsland? Aber ich, Boſtenai, und die ſchwachen Ueberbleibſel unſrer zerſtreuten Stämme, wir ſind noch da, und, Dank ſei es unſerm Gott! wir gedeihen; die Zeit der Macht zwar iſt vorüber, daher müſſen wir blühen durch Klugheit. Den Spott und den Hohn, den Fluch und wohl auch den Schlag, Israel muß ſie jetzt ertragen, und mit Ruhe, ja ſelbſt mit lächelndem Antlitz. Was iſt's denn auch? Für jeden Spott und Hohn, für jeden Fluch werde ich einen Dirhem haben, und für jeden Schlag der wird dafür dereinſt büßen, der ihn mir verſetzte. Doch ſieh, da kommt er, mein Neffe! Sein Großvater war mein Freund. Iſt's mir doch als ſehe ich-ihn jetzt vor mir! Derſelbe