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„Ol das iſt noch nichts!“ fuhr der alte Boſtenai fort, ohne auf ſeines Dieners Aeußerungen zu achten.„Als Moctador Kalif war, ſandte er zu demſelben Fürſten David, um zu erfahren, weshalb die Dirhems nicht gezahlt würden, da beſtieg David gleich ſein Roß und begleitet von all' den Erſten im Volke ritt er zu dem Palaſte und ſagte dem Kalifen, daß der Tribut ein Anerkenntniß ſei, welches der Schwache dem Stärkern gewährt, um ſich deſſen Schutz und Schirm zu verſichern, und da nun er und ſein Volk die Stadt zehn Jahre lang gegen die Seltſchucken beſetzt und vertheidigt, ſei vielmehr der Kalif im Rückſtand gegen
ihn.“
— Wir werden noch einen Eeell eine Leiter beſteigen ſehen!— rief Caleb mit vor Staunen weit aufgeriſſenen Augen.
„Es iſt vollkommen wahr,“ fuhr der Fürſt fort,„denn oft habe ich meinen Vater dieſes erzählen hören. Er war damals noch ein Kind, und ſeine Mutter hob ihn auf dem Arme empor, um den Zug zurückkommen zu ſehen, und alles Volk jubelte:„„der Scepter iſt nicht entfallen von Jakob!““
— Es war wahrhaftig ein großer Tag für Israel!—
„Ol das iſt noch nichts. Ich könnte Dir noch ganz andre Dinge erzählen! Aber wir ſchwatzen hier, und unſer Geſchäft iſt noch nicht zu Ende. Geh zu dem Volke; die Wittwen und Waiſen warten. Gieb ihnen reichlich, guter Caleb; die Beute der Cananiter iſt nicht mehr unſer Theil, aber der Herr iſt doch noch immer unſer Gott, und bei alle dem iſt dies doch ein großer Tag für Israel. Und, Caleb, ſage meinem Neffen, David Alroy, daß ich begehre mit ihm zu ſprechen.“
— Schnell will ich alles verrichten, guter Herr! Wir wunderten uns ſelbſt, daß unſer geehrter Herr, Euer Neffe, nicht mit dem Geſchenke heut einherzog.—


