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David Alroy / frei nach dem Engl. von D'Israeli
Entstehung
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3 an das Kommende dachte ich, als ich Dich den Herrn prei⸗ ſen hieß, daß Du noch jung ſeiſt. Ich bedachte vielmehr, Caleb, daß wenn Deine Haare ſo weiß wären wie die mei⸗ nen, wenn Du zurückblicken könnteſt, wie ich, in die Tage die verfloſſen ſind, die Tage, wo es keines Geſchenks be⸗ durfte, um zu beweiſen, daß wir Fürſten ſeien, die glor⸗ reichen Tage, wo wir ſelbſt die Gefangenſchaft gefangen nahmen, ja, mein Sohn, da bedachte ich, was für ein rei⸗ ches Erbtheil es doch ſei, geboren zu ſein, nach den Freu⸗ den die vorübergegangen ſind.

Mein Vater lebte in Babylon, ſagte Caleb. O! nenne es nicht!... nenne es nicht! rief der alt⸗ Heerführer aus. Schwarz war der Tag, an dem wir die

ſes zweite Zion verlorent Wir waren zwar auch damals Sklaven des Egypters, aber dennoch herrſchten wir wahrhaft über das Reich des Pharao. O Caleb, Caleb, Du, der Du⸗ alles weißt... die Tage der Mühe... die Nächte, ruhelos wie von einem liebeſiechen Knaben durchgewacht, die es Deinem Fürſten gekoſtet hat, um die Erlaubniß zu erhalten, den Tag unſers Tributes mit der armſeligen Begleitung einer Wache von ſechs Mann zu erfreuen, Du, der Du alle die Schwierigkeiten kennſt, die ich überwand, Zeuge warſt aller meiner Demüthigungen, was würdeſt Du zu dem Beutel mit Dirhems ſagen, von ſiebentauſend Schwertern umgeben?

Siebentauſend Schwerter?

Nicht eins weniger; mein Vater ſchwang eins derſelben.

Es war dies wahrlich ein großer Tag für Israel!

O! das iſt noch nichts. Als der alte Alroy Fürſe war... der alte David Alroy dreißig Jahre lang, guter Caleb... dreißig ganzer Jahre lang bezahlten wir dem Kalifen gar keinen Tribut.

Keinen Tribut! keinen Tribut dreißig Jahre lang! Kein Wunder, mein Fürſt, daß die Philiſter endlich die Zinſen nachgefordert haben!

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