Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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rika fan aͤberall die Wahl habe, und zwar unter dem koſtlichſten Klee. Ich wuͤnſche, daß Sie das Folgende woͤrtlich verſtehen und nicht als uͤbertriebene Ausdruͤcke nehmen, die etwa bei einem wohlbeſtellten Gaſtmahle an ihrem Orte waͤren. Ich kann mich kaum erinnern, einen ſo angenehmen Duft gerochen zu haben, wie der war, den ich auf einem ſolchen Kleefeld einathmete. Mein Freund ſagt mir, er ſey auf dieſe Eigenthuͤmlichkeit der Pflanzen in ſeinem Vaterlande erſt dadurch aufmerkſam geworden, daß er in Frankreich einmal an einem Feld mit Heidekorn hinging, das vergleichungsweiſe einen ſehr tauben Geruch von ſich gab. Dagegen iſt das Heide⸗ korn unter dieſem Himmelsſtrich eine Pflanze, die köoͤſt⸗ lich duftet, ſo daß man es oft in einer Entfernung von 1 Meile riecht. Kurz, ſo weit meine eigene Beobach⸗ tung reicht, theilt die Sonne hier dem Graſe, den Pflan⸗ zen und Fruͤchten einen Wohlgeſchmack mit, den man koſten und zwar ſorgfaͤltig koſten muß, um ihn gehdrig zu wuͤrdigen. Doch iſt von Seite der Menſchen wenig geſchehen, um dieſe unſchaͤtzbaren Vorzuͤge zu erhoͤhen. Auf den oͤffentlichen Marktplaͤtzen iſt keine ſehr große Auswahl von Fruͤchten. Pfirſchen, Melonen, Kirſchen und Anderes von den gewoͤhnlichen Sorten ſieht man zwar im Ueberfluße, allein die Amerikaner ſcheinen nicht geſonnen, auf den Anbau der ſeltneren viel Zeit oder Geld zu verwenden. Doch kann ich mich von dieſem Ge⸗ genſtande nicht trennen, ohne den Unterſchied zwiſchen den Fruͤchten dieſes Landes und namentlich der Haupt⸗ ſtadt Ihrer Heimath, der mir beſonders aufgefallen iſt, zu erwaͤhnen. Eine franzoͤſiſche Pfirſche iſt ſaftig und anfangs, wenn man davon koſtet, angenehm, ſie laͤßt aber einen matten, waͤſſerigen, beinahe ſauren Geſchmack zuruͤch, weßwegen man ſie ſo oft mit Zucker ißt. Den Amerikaner dagegen wandelt eine unbezwingliche Lach⸗ luſt an, wenn er ſieht, daß man zu einer reifen Frucht