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vereinigten Staaten machen kann, machen ihnen die Schriftſteller, welche ſich durch ein Gefühl der Unbehaglichkeit zu Verfehlungen gegen den Anſtand verleiten laſſen. Der Engländer z. B.(er gelte hier als ſolches wegen ſeiner höheren Betriebſam⸗ keit), landet in Amerika, und fängt ſogleich an, zwi⸗ ſchen den Freiſtaaten und ſeinem Lande Verglei⸗ chungen anzuſtellen. Er iſt ſehr darauf bedacht, alle die Punkte zu umgehen, welche ein ungünſtiges Reſultat geben könnten(und dieſer ſind ziemlich
viele), aber ſogleich macht er ſich über eine ſchlechte
Schenke, Straße, Kirche, Bühne oder etwas Ande⸗ res der Art her, und ſtellt ſie in ſchreienden Ge⸗ genſatz, nicht gegen den ſchlechteſten, oder mittelmä⸗ ßigen, ſondern gegen den beſten ähnlichen Gegen⸗ ſtand in ſeiner Heimath. In der That, es muß etwas Auſſerordentliches an einem Volke ſeyn, wel⸗ ches, da es ſo viel zu thun, und doch ſo wenig Zeit dazu hatte, fur eine der älteſten, mächtigſten Nationen Europa's bereits der Gegenſtand nicht blos des Neides, ſondern einer ſcheinbar zu fürch⸗ tenden Nebenbuhlerei geworden iſt! Es iſt dem
Verfaſſer auffallend, daß jene Leute, während ſie ſo
eifrig bemüht ſind, das Vorhandenſeyn unbedeuten⸗ der Gegenſtände ihres Spleens zu erweiſen, eine große moraliſche Wahrheit zu Gunſten Amerika's darthun. Was müßten wir von dem Kinde den⸗ ken, deſſen Verſtand, Thun und Wiſſen in kühne, neidiſche Vergleichung mit dem gereifter, erfahrner Männer gezogen würde!
Ueber die gewöhnlichen Fehler der Menſchen


