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Man wird finden, daß die Anſichten und Kenntniſſe eines gebornen Amerikaners vielfach be⸗ nützt wurden. Ohne einen ſolchen Beiſtand hätten die in dieſem Werke enthaltenen Thatſachen nicht ge⸗ ſammelt werden können; denn es gibt vielleicht kein chriſtliches Land auf der Welt, wo ein Fremder ſo
leicht irrige Begriffe gewinnen kann, als in den
vereinigten Staaten von Amerika. Die Einrichtun⸗ gen, der geſellige Zuſtand, und ſelbſt die öffentliche Meinung ſind in gewißem Grade neu und eigen⸗ thümlich. Unter dieſen Umſtänden hat der Euro⸗ päer Vieles zu verlernen, ehe er ſich richtige Kenntniſſe zu ſammeln anfangen kann.
Amerika hat man gewöhnlich mehr nach Aus⸗ nahmen, als nach Regeln beurtheilt. Dieß iſt ein allen Reiſenden gemeinſamer Fehler, da es ihrem Spleen zuſagt, und ihrer Trägheit zu Statten kommt. Es iſt ein ſchlechtes Kompliment für die menſchliche Natur, aber nichts deſto weniger wahr, wenn man behauptet, daß kein junger Reiſender ein fremdes Land betritt, ohne zeitig zu beginnen, gehäſſige Vergleichungen anzuſtellen. Dieß iſt ziem⸗ lich natürlich, denn im Augenblicke vermiſſen wir die Dinge, an welche wir uns gewöhnt haben, und deren Werth einem großen Theile nach auf Rech⸗ nung der Gewohnheit kommen mag, und es erfor⸗ dert Zeit und Uebung, bis man ſich in neuen Um⸗ gebungen zurecht findet. Dieſer Charakterzug iſt keineswegs blos auf die Europäer beſchränkt. Der Verfaſſer kann ſeine Zeitgenoſſen verſichern, daß Wenige mit löblicherem Unbehagen in fremden Län⸗


