Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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Ueber dem Backofen, der durch eine Art von Hühnerleiter erſtiegen werden kann, ruhen hölzerne Stützen.

Dort liegen Kürbiſſe und Maishaufen, Säcke mit Korn, Zwiebeln alte Stühle, Zäume und Sättel, zerbrochene Krüge und leere Fäſſer eine Flinte, eine Jagdtaſche und zerriſſene Schuhe in einer wahrhaft genialen Unordnung durcheinander.

Zwiſchen dieſen Gegenſtänden hindurch hat man ſich indeß einen Weg zu bahnen gewußt, welcher mittelſt einer Klappe in das Schlafgemach des Hauſes führt.

Links in der Ecke iſt das verbotene Paradies dieſer Herberge der gefallenen Engel angebracht, die eigentliche Schankwirthſchaft des Hauſes. 3

Einige Querbretter übereinander enthalten die großen Wein⸗ flaſchen, Krüge und Töpfe, welche letztere in dieſer Gegend all⸗ gemein als Trinkgefäße dienen.

Der Reichthum des Wirths verräth ſich durch einige Brode, Käſe und Schinken, die nahe am Boden auf einem Brette lie⸗ gen und zwar neben einem großen Waſſerkruge, einer beſtäub⸗ ten Laterne, einer Schnellwage, die wohl in doppelter Hinſicht dieſen Namen verdienen mag.

Neben dieſer befand ſich noch ein Gegenſtand, es war die⸗ ſes die berüchtigte Bettelbüchſe, an welcher abſcheulich ſchön

die im Purgatorio(Fegefeuer) brennenden Seelen abgemalt

waren.

Solche Seele, wie die des Wirths, der ſeine Gäſte oft genug prellen mag, oder wie Diejenigen, welche hier überhaupt ein⸗ kehren und die Landſtraßen als ihre Domäne betrachten, ſchauen auf dieſe Bettelbüchſe mit einer gewiſſen frommen Scheu.

Etwas von der Wand entfernt ſteht der Ladentiſch, welcher mit mancherlei Geräthen bedeckt iſt.

Das Merkwürdigſte unter denſelben ſind die Weinſchläuche aus abgezogenen Hammelfellen angefertigt, deren Füße mit Röhren verſchloſſen ſind, und zugleich die Trink⸗ und Spund⸗ löcher bilden. 3

Die eigentliche Bühne'des Gaſthofslebens iſt die lange Wirthstafel, welche an der linken Seite der Stube die ganze Wand einnimmt.

Hier ſaßen auf ſchmalen Bänken und baufälligen alten 41*