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zu dem Prinzen und flüſterte leiſe:„Gott ſei Ihnen gnädig, mein armer Prinz!“ Dann rief er laut:„Wer wagt es, dem
Bruder Antonio, einem Mönch des heiligen Kloſters del Car⸗ mine, den Weg ſtreitig zu machen, wer will die Miſſion hin⸗ dern, in welcher er auf Veranlaſſung unſeres Biſchofs dieſe Stadt verlaſſen muß— laßt ihn friedlich ziehen— gehe mit Gott, mein Bruder!“ Dem Pöbel genügte dieſe Erkennung, und Niemand ſtellte ſich ihm ferner in den Weg.
— Und er gelangte unangefochten in's Freie? rief der Statthalter mit Haſt.
— Der Mönch verfolgte ihn, um zu ſehen, wohin er ſich begeben wollte, kehrte indeſſen bald wieder zurück, als er geſehen, daß er den Weg nach Puzzuola eingeſchlagen. Zwei Tage ſpä⸗ ter, alſo geſtern früh, erfuhr ich durch denſelben Mönch, daß er bis am Abend des anderen Tages ſich in dem Dorfe aufgehalten und erſt von dort aufgebrochen ſei, nachdem der Reiſezug der Prinzeß durchpaſſirt war.
Des Herzogs Antlitz verfinſterte ſich— eine gewiſſe Ver⸗ muthung ließ ſein Blut raſcher durch die Adern ſtrömen.
— Ihr wißt dies genau, Padre? rief er heftig.
— Ich bürge mit dem Heil meiner Seele für meine Aus⸗ ſage, der Bruder Giuſeppo ſagt die Wahrheit..
Der Herzog von Arcos flüſterte etwas leiſe für ſich und blieb dann lange ſchweigend, während ſein unruhiges Weſen mehr und mehr verrieth, daß er einen unheilvollen Entſchluß gefaßt hatte.
— Kommen wir nun wieder zur Hauptſache zurück, brach er endlich das Schweigen; wen verfolgt man noch außer dem Prinzen Caraffa?
— Seine Erxcellenz, den Miniſter Don Herandez, welcher ebenfalls ſpurlos verſchwunden iſt.
— Er iſt nicht verſchwunden, ſondern mit Bewilligung der einzigen Behörde von Neapel abgereiſt, welche ihm Urlaub ge⸗ währen kann, und dieſe bin ich.
Der Herzog hatte dieſe Worte mit ungemeiner Entſchieden⸗ heit und beſonderen Stolz geſprochen.
— Wohl wahr, verſetzte der Mönch, aber das Volk ſucht den Miniſter, Hoheit, es„hat einen Preis von vierzigtauſend Ducaten auf ſeine Ergreifung geſetzt.


