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Die zweite Feier in der Kirche hatte während der Abwe⸗ ſenheit des Miniſters Don Herandez ſtattgefunden, und alle die von uns in früheren Kapiteln beſchriebenen Schreckensſcenen fie⸗ len in die Zeit zwiſchen der erſten und zweiten Kirchenfeier, alſo in den Tagen, in welchen Giulio's Befreiung durch Leonore und deren Abreiſe erfolgte.
In dieſe Periode fielen überhaupt die gräßlichſten Blutſcenen des Aufſtandes— wie alle die terroriſtiſchen Maßregeln gegen jeden Einzelnen, der ſich verdächtig zeigte.
Zu gleicher Zeit fanden auch die geheimen Zuſammenkünfte
Celeſto's mit Don Herandez ſtatt und die Einführung der Päſſe
für Diejenigen, welche die Stadt verlaſſen wollten.
Nach der zweiten Feier war eine kleine Pauſe im Blutver⸗ gießen eingetreten, das aber noch keineswegs aufgehoben war, und wir werden erfahren, welche Ereigniſſe des Grauſens noch vorkamen.
Wir erinnern uns, daß der Erzbiſchof Filamarino nach dem Geſpräche mit Maſaniello den Entſchluß gefaßt hatte, einen Bo⸗ ten zum Herzog von Arcos zu ſenden.
In der That erſchien ein Carmelitermönch bei dem Statt⸗
halter, unmittelbar nach der Feier.
Der Herzog empfing ihn mit einer ungemeinen Unruhe.
— Nun, Padro, redete er ihn an, welche Kunde bringt Ihr?
— Die beſte, Hoheit.
— Haben ſich die Anführer und das Volk endlich überzeu⸗ gen laſſen?
— Der alte Celeſto hat in einer feierlichen Verſicherung die Echtheit des Freibriefes beſtätigt wie alle übrigen Punkte des Vertrages Eurer Hoheit mit dem Volke bekannt gemacht, und ſeine Verſprechungen wurden mit einem wahrhaften Enthuſtas⸗ mus begrüßt.
— Alſo man iſt in Neapel zufrieden?
— Vorläufig wird gewiß einige Ruhe eintreten.
Um des Herzogs Mund ſchwebte ein eigenthümliches Lächeln.
— Wir hätten alſo keinen Mord ferner zu erwarten, und das Blutvergießen wäre zu Ende? fragte er.
— Ihr ſchweigt, Padre? nahm der Statthalter wieder etwas
unruhiger das Wort.


