Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Dein auf ewig Giulio. Giebt es alſo eine Ewigkeit, erfüllt ſich, was die Re⸗ ligion dem Sterblichen als Troſt, als Entſchädigung für ein Daſein von Mühen verheißt, giebt es ein Jenſeits, dann wer⸗ den wir uns dort gehören, laß alſo unſere Seele dieſſeits ver⸗ mählen in der Stunde der Trennung.

Schweigend und mit tiefer Rührung zog Leonore den Prin⸗ zen näher zum Altar.

Sie hob ihre Hand zum Schwure empor und begann mit lauter und bewegter Stimme:

Ich vermähle Dir hier Angeſichts dieſer Heiligen meine Seele, ſie gehört Dir, Dir allein für die Ewigkeit!

Ginlio wiederholte feierlich dieſen Schwur und eilte dann mit dem in ſchmerzlichem Tone geſprochenenLebewohl auf den Lippen, zur Grotte hinaus.

Leonore wollte ihn zurückhalten, ſte hätte ihm noch ſo Vieles ſagen müſſen, da über die Hauptſache ſelbſt ſo wenig geſprochen worden, allein er war in den dunkeln Hintergrund verſchwunden und auch von ihren zitternden Lippen tönte es wie ein trau⸗ riges EchoLebewohl!

8

Ein raſcher Entſchluß. 4 A In Neapel hatte, wie wir bereits wiſſen, der Herzog von Arcos die Unterhandlungen mit den Lenkern des Aufſtandes be⸗ gonnen, und wir kennen das Reſultat derſelben.

Man hatte wiederum eine Feier in der Kirche del Carmine

veranſtaltet, nach welcher der Biſchof ein längeres Geſpräch mit Maſaniello geführt, deſſen Inhalt uns wohl noch erinnerlich ſein wird.