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— Wohin ſoll ich gehen? fragte ſie wehmuthsvoll, ach, für He
die Tochter des Duca di Arcos wird ſich ſchwerlich ein gaſt⸗ al liches Aſyl in Neapel bieten. b
— Es iſt wahr, verſetzte Giulio, ich dachte noch nicht an 1 ei den Aufenthalt Ihres Vaters, er hat ſich unmitelbar vor uns 1 de
aus dem Schloſſe entfernt; aber wohin mag er den Weg ge⸗ nommen haben?
Jetzt wurden Tritte hörbar, laute Stimmen ertönten, aber„ nicht mehr ſolche, die erſchrecken konnten. V
Die Thür öffnete ſich, und zwei Mitglieder der Todesgeſell⸗ ſchaft führten den Herzog von Tortoſa herein und ließen ihn ſanft auf einen Seſſel nieder.
Leonore warf einen flüchtigen Blick auf die Eintretenden; die düſteren Männer des Todes mit ihrem abenteuerlichen An⸗ zuge erſchreckten ſie.
Man hatte den alten Mann in einem Gemach des unteren Stockwerks gefeſſelt am Boden gefunden; er war gleichfalls für den Flammentod beſtimmt.
Die eindringenden Männer des Todes hatten ihn ſeiner Feſſeln entledigt und ihn zu ſeiner Nichte geführt, nach der er forſchte.
Leonore erſchien Alles wie ein Traum, ihre Phantaſie war von den erlebten Schaudern noch ſo erfüllt, daß ſie an einen ſo ſchnellen Wechſel der Dinge kaum zu glauben vermochte.
Sie begriff nicht, auf welche Weiſe Giulio's Rettung her⸗ beigeführt worden war und fragte mit Theilnahme nich den Vorgängen, welche dieſe bewirkten.
Giulio gab ihr eine kurze aber genügende Auskunft. Leo⸗ nore wünſchte ihrem Oheim Glück, daß er dem Verderben ent⸗ riſſen und dankte den beiden, Männern, welche auich änweſend waren, für ihre Hilfe.
Dieſe gaben auf die Frage nach dem Aufenthalt des Duen di Arcos Auskunft..
— Alſo der Vicekönig hat im Caſtel Nuovo eine Zuflucht gefunden, ſagte Giulio, nun denn, Prinzeß, geſtatten Sie, das
eic Sie zu ihm führe. Wiewohl die Männer der Todesgeſellſchaft für den Prinzen Caraffa, deſſen Geſinnung ſie kannten, ein tiefes Intereſſe hat⸗ ten und ihn hochachteten, ſo konnten ſie doch ſeine Neigung a
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