Teil eines Werkes 
[1. Bd.] (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Dich h von Feinde

ſeine

auf die waltig ohne Bandi⸗ iel er⸗

ne an⸗

ind ge⸗

311

Aber nach wenigen Augenblicken richtete er ſich wieder auf,

ein Blick des tiefſten Haſſes und des gräßlichſten Hohnes fiel auf Giulio.

Sie haben mich verwundet, aber nicht getödtet, rief er mit bebender Stimme, zittern Sie vor mir, wenn wir uns

wiederſehen, Sie und dieſe Beute, welche Sie mir entriſſen.

Mit dieſen Worten ſtürzte er in ein Seitengemach.

Der Abſchied.

Der Prinz beſchäftigte ſich nunmehr mit der ohnmächtigen Leonore. Er warf einen langen traurigen Blick auf das ſchöne bleiche Antlitz, welches bei der matten Beleuchtung der faſt nie⸗ dergebrannten Kerzen etwas Geiſterhaftes an ſich hatte und drückte dann einen ſanften Kuß auf ihre Stirn.

Und doch auf ewig getrennt, ſeufzte er mit einem Ausdruck von Schmerz und Bitterkeit.

Jetzt regte ſich Leonore; nicht das lärmende Kampfgetöſe, das ſchon längſt näher gedrungen war, nicht die lauten Ver⸗ wünſchungen des Banditenhäuptlings hatten es vermocht, ihre Ohnmacht zu ſtören, dieſer Kuß des Geliebten ſeine kaum hörbar geſprochenen Worte thaten Alles. 1

Die geheimnißvolle Sympathie der Liebe hatte wieder ihre Allmacht bewährt. 2

Leonore richtete ſich empor und ſah den Prinzen vor ſich ſtehen.

Gerettet ſprach ſie mit leiſer, zitternder Stimme.

Ja gerettet, wiederholte Giulio, ihre Hand faſſend, 8

fommen Sie, Donna, nur fort von dieſem Schreckensort. Er richtete ſie ſanft empor, und Leonore ſtand aufrecht.