Teil eines Werkes 
[1. Bd.] (1865)
Entstehung
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getheilt, ein Sündenbekenntniß halte ich für unnöthig.

305⁵

Alles, was ich zu ſagen hatte, habe ich Ihnen bereits mit⸗

Schnell, mein Sohn, horchen Sie rief der Geiſtliche tief erſchüttert; ſie brüllen nach ihrem Opfer.

Es ließ ſich wirklich ein gräßliches Geſchrei vernehmen, einzelne Stimmen forderten den Delinquenten, andere fragten, ob die heilige Handlung noch nichf vorüber ſei.

Aber ſo verworfen auch die Unholde waren, ſo ſehr ſie auch nach dem Blute des beklagenswerthen Giulio gelüſteten, es wagte Niemand, die Ceremonie durch voreiliges Eindringen zu ſtören.

Gott, was ſoll ich thun? rief der Prieſter todtenbleich.

Mich ausliefern, wenn Sie Ihr eigenes Leben nicht ge⸗ fährden wollen.

Aber Sie haben nicht gebeichtet.

Sagen Sie, es ſei geſchehen.

Das Geſchrei wurde ungeſtümer,

man begann bereits an

die Thür zu gehen, der Prieſter bebte an allen Gliedern, während

Giulio düſter vor ſich hinbrütete.

Ich muß der Noth des Augenblicks gehorchen, ſagte der Geiſtliche mit ſchmerzerfüllter Stimme Gott ſei Ihnen gnädig, mein Sohn.

Die Rotte brüllte, wie die Verdammten in der Hölle. End⸗ lich öffnete ſich die Thür.

Der Prieſter trat heraus. Sein Haupt war mit der brau⸗ nen Kutte verhüllt, die Hand hielt die Monſtranz in die Höhe.

Nun, mein Bruder? fragte der Galeerenprieſter.

La pressa(er hat ihn empfangen), ſagte der Kapuziner⸗ mönch feierlich.

Er hat den Leib des Herrn empfangen, meine Brüder, rief der Galeerengeiſtliche.

La pressa, la pressa! rief die Menge und ſtürzte bei dem Anblick des Allerheiligſten auf die Knie nieder.

Doch kaum war der Prieſter verſchwunden, als auch die Banditen ſchon wieder aufſprangen.

Mit einer durch die Zögerung verdoppelten Wuth bemäch⸗ tigten ſie ſich Giulio's und ſchleppten ihn fort.

Schon bewegte ſich die Fackel, die alten aufgethürmten Särge in Brand zu ſtecken, als die Stimme des Signor Reduto ertönte.

Das Bpfer von Amalfi.(S8. 1) 20