Teil eines Werkes 
[1. Bd.] (1865)
Entstehung
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Mit einem leiſe geſprochenen Ave Maria hielten die Ban⸗ diten Wache vor der Thür. Während ſie zu den Heiligen im Himmel Gebete empor⸗ ſandten, pochten zuglei Herzen vor heißer Blutgier, und die Nichtswürdigen konn zum den Augenblick erwarten, wo dieſe befriedigt wurde. b Jetzt ſind wir allei

flüſterte der Geiſtliche in einem

ganz anderen Tone als zuvor; ſagen Sie mir vor Allem wer

Sie ſind, und wie Sie in die Gewalt dieſer Mordbuben ge⸗ langten.

Dieſe Worte flößten Giulio Vertrauen ein.

Sie ſind wohl nicht lange in Neapel, Padre? ver⸗ ſetzte er.

Seit acht Tagen weile ich in dieſer ſündenvollen Stadt, vorher war ich in Averſa.

Sie würden mich wohl ſonſt gekannt haben; mein Name

iſt Caraffa.

Der Prieſter fuhr überraſcht und erſchreckt zurück.

I prence Caraffa? fragte er mit tonloſer Stimme Gott und die heilige Jungfrau erbarme ſich Ihrer, aber wie

kann ich Sie retten? MNeine Rettung aus der Gewalt dieſer blutdürſtigen Mord- und Raubgeſellen iſt unmöglich, aber wenn Sie etwas für mich thun wollen, Padre, ſo melden Sie meinen Tod meinem Vater, dem Herzog von Mattalone.

Ich will es, Prinz, ach, mein Herz blutet, aber wie konnten Sie in die Gefangenſchaft dieſer Rotte gerathen?

Giulio bedeutete ihm dies in kurzen Worten.

Ach Gott, auch die Prinzeß o Madonna Maria hilf, hilf; doch Sie werden ſterben, mein Sohn, wenn ein Heiliger Sie nicht durch ein Wunder rettet.

Es geſchieht kein Wunder, Padre, ſagte Giulio mit Wehmuth und Bitterkeit.

Die nächſten Augenblicke werden Sie dem gräßlichſten Tode überliefern, mein Sohn, wollen Sie die kurze Zeit nicht noch benutzen, ſich mit Ihrem Schöpfer zu verſöhnen.

So viel ich mich erinnere, habe ich den Himmel nicht beleidigt, verſetzte Giulio ernſt.

Kein Menſch iſt ohne Sünde, mein Sohn, beichten Sie.