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— Es iſt mir nicht entgangen, daß Dein Herz Donna Leonora gehört.
— Man kann die Tochter lieben und doch das Treiben des Vaters verabſcheuen, verſetzte Giulio kurz und war im Begriff, ſich zu entfernen. 1—
— Du willſt gehen, mein Sohn? rief der Herzog be⸗ fremdet.
— Ich muß noch heute nach Neapel zurückkehren, entgegnete Giulio ausweichend.
Er umarmte ſeinen Vater, verabſchiedete ſich von Mutter und Schweſter und verließ dann haſtig das Zimmer, das Zure⸗ den der Eltern hatte nicht vermocht, ihn zurückzuhalten.
— Gott möge ihn ſchützen! ich fürchte, ſein Ungeſtüm wird ihn dem Verderben überantworten, ſagte der Herzog mit tiefem Ernſt, und nachdem er ſeine Familie mit der an ihn ergangenen Einladung bekannt machte, zog er ſich in ſein Zimmer zurück.
Giulio hatte, nachdem er ſich von ſeiner Familie verab⸗ ſchiedet, nicht den Weg nach Neapel eingeſchlagen, ſondern ſich heimlich in den Garten begeben, in welchem er ſich unbelauſcht wußte und überließ ſich ſeinen Betrachtungen.
Er dachte an den Zuſtand des bedrückten Volkes und immer noch ſchwebte ihm das Bild Tomaſo's und Livia's vor der Seele.
Es glimmten Lichter von den Klippen und aus den Höhlen
der Inſel Capri und hundert Fackeln leuchteten aus verſchiedenen
Fiſcherböten, die noch unter dem dunkeln Schatten der Vorge⸗ birge verweilten. Zuweilen flog ein kleines Boot über die Licht⸗ ſäule, die der Mondſchein auf das Meer warf, während auf einen Augenblick jede Geſtalt am Bord ſichtbar wurde, und ver⸗ lor ſich dann wieder in dem dunkeln Schatten, die darüber hin⸗ aus das Meer deckten.
Bei jeder dieſer Erſcheinungen war der Blick Giulio's ge⸗
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