Teil eines Werkes 
[1. Bd.] (1865)
Entstehung
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ſpannt; kein Ton unterbrach das nächtliche Schweigen, denn die Wogen ſchlugen ſo ſchwach an den Fuß der Felſen, daß das Ge⸗ räuſch kaum zu der hohen Terraſſe, auf der er ſich befand, heran⸗

dringen konnte.

Endlich ſchoß ein kleines Boot mit einem einzigen Ruderer ſchnell über den blinkenden Mondlichtſtreif; ein mattes Licht

glänzte im Hintertheil des Schiffes.

Giulio's Blick ſuchte die Schatten zu durchdringen und nur zuweilen war der Sternenglanz hinreichend, ihm den Lauf des

Bootes zu zeigen, das flüchtig durch die Wellen ſchoß

bar ſeinen Lauf nach ihm richtete.

und offen⸗

Endlich war das Fahrzeug nur noch einen Steinwurf vom Schloſſe entfernt und ſchneller rudernd erreichte es bald daſſelbe. Wenige Augenblicke ſpäter ſaß Guilio an der Seite des Gondoliers. Es wurde nicht ein Wort geſprochen; das Boot ward gewendet und ſchoß mit der Schnelligkeit eines Adlers

wieder in's Meer.

Als das Fahrzeug eine Weile in gerader Linie ſeitwärts gerudert war, offenbar nur um ſich vom Schloſſe zu entfernen, nahm es allmälig eine ſchräge Richtung und näherte ſich wieder dem Geſtade, von welchem er ſich eben eilig entfernt hatte. Es war nicht mehr weit vom Lande, als es auf ein dumpfes und lang⸗

hallendes Pfeifen ſich ſchnell dem Ufer näherte.

Zwei Geſtalten ſprangen aus dem Schatten auf und nahmen

ihre Plätze an Giulio's Seite.

Bis zu dieſem Augenblicke hatte Niemand eine Silbe ge⸗ ſprochen. Es begann nun ein leiſes, ernſtes Geſpräch und das Wort:Amalfi wurde mehrere Male genannt, dahin richtete

das Fahrzeug auch ſeinen Lauf.

Die Namen von Leuten, die in einem finſtern und gefähr⸗ lichen Anſchlag verwickelt waren, wurden geheimnißvoll geflüſtert, aber die Schiffsgeſellſchaft ließ keine Hindeutung auf ihre eigenen

Namen hören.

Einmal, als das Geſpräch in ein leiſes Geflüſter ſich ver⸗ loren hatte, ließ der Schiffer das Ruder ruhen, es erfolgte eine Todesſtille und Einer aus der Geſellſchaft rief dem Horcher einen grimmigen und drohenden Fluch zu; das Boot ruderte ſtill vorwärts, der Mond beleuchtete nun glänzend alle Gegen⸗ ſtände längs der Küſte, die zahlloſen weißen Dörfer, die ſich an

Das Bpfer von Amalfi.(Bd. 1)

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