Teil eines Werkes 
[1. Bd.] (1865)
Entstehung
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Nun, am ſiebenzehnten Feſee Monats ſoll das Feſt unſerer lieben Frau von Carmel gefeiert werden, entgegnete Tomaſo leiſe, aber bedeutungsvoll. 1

Du wirſt immer räthſelhafter.

Morgen Nacht in den Todtengewölhen.

Und dort?

Die Vorbereitung zur Rache, flüſterte Tomaſo leiſe un dumpf.

Sprich endlich deutlich.

Morgen zur Mitternacht in den odtengewöͤlben wird Dir Licht werden.

Plötzlich ließ ſich ein lautes Geſchrei vernehmen, in dem⸗ ſelben Augenblick ſchleppte ein Häſcher ein junges Weib mit un⸗ ſanfter Gewalt nach dem Steuerhauſe.

Es war ein ſchrecklicher Anblick.

Die Frau mochte kaum ſiebenzehn Jahre zählen; ſie war faſt nur in Lumpen gehüllt, ihre Füße waren nackt, ihre ganze Geſtalt erzählte die gräßliche Geſchichte eines qualvollen Hungerlebens und doch gab es vielleicht in der ganzen Stadt keine ſo liebliche Erſcheinung, kein ſo holdes Geſicht; aber mehr noch

als ihre makelloſe Schönheit, mußte ihr großes, dunkeles Auge, 8

ihre lilienweiße Haut, der Ausdruck rührender Ergebung in das 3 harte, ihr zugefallene Loos jeden Blick anziehen.

Sie weinte, denn der Häſcher hatte ihr das Fruchtkörbchen entriſſen, welches ſie zu Markte gebracht.

Bei der Madonna, es iſt Livia, rief plötzlich Tomaſo, deſſen Körper bebte, deſſen Wangen erbleichten.

Es iſt Dein Weib, verſetzte Dominico, ha, nun wird der Löwe endlich die Mähnen ſchütteln.

Noch ehe Tomaſo ſich aus ſeiner Beſtürzung zu reißen ver⸗ mochte, war raſch ein junger Cavalier an den Häſcher getreten.

Er hatte eine hohe, impoſante Geſtalt, eine ſtolze Haltung und ein ſchönes männliches Antlitz, deſſen Züge ſowohl auf Kraft und Strenge, als auch auf Edelmuth und Genüthereichtyun ſchließen ließen. 1

Was hat dieſes Weib verſchuldet? fragte er, einen fi ſteren Blick auf den Häſcher werfend, welcher beſtürzt einige

Schritte Ahrch er und ehrerbietig grüßte.

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ich bin ſchuldlos, Signor! weinte die junge Frau.

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