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Dein Glaube ſei der meine, weil heiß re Liebe er uns lehrt!⸗
Eudoros hörte itzt nur ſeine Liebe, ſeinen Glau— ben:
„Wie, Kymodokae, du wollteſt eine Chriſtinn werden? Einen Engel wie du ſoll ich dem Himmel, eine ſolche Gefährtinn auf dem Lebenspfad mir ſchen⸗ ken!“
Das Haupt ſenkte Kymodokae und ſprach:
„Nicht mehr wage ich zu ſprechen, eh du keuſche Zucht mich ganz gelehrt: ſie war mit Nemeſis hinweg⸗ geſchieden von der Erde; die Chriſten haben ſie gewiß vom Himmel wieder herabgezogen. 2
Bei einer Bewegung des Sohnes Laſthenes roll⸗ te ein Cruzifix zur Erde, das meßeniſche Maͤdchen ſchrie voll Erſtaunens, gemiſcht mit Schauern, auf.
„Es iſt meines Gottes Bild“ ſprach Eudoros, indem er ehrfurchtsvoll das heil'ge Holz vom Boden nahm, des Gottes Bild,„der, hinab in's Grab geſtie⸗ gen, in Glorie auferſtand.“
„Es iſt alſo,“ verſetzte die Tochter Homaeros „der ſchöne Jüngling aus Arabien, beweint von Byblos Weibern, und durch den Willen Zeus wieder dem Him⸗ melslicht geſchenkt?“
„Kymodokae,“ entgegnete Eudoros mit ſanfter
Strenge,„eines Tags wirſt du erkennen, wie ruchlos
und gottesläſternd der Vergleich, den du gewagt; nicht mehr Myſterien der Schande und der Freuden, Wun⸗ der der Zucht und Schmerzen erblickſt du hier; du ſiehſt


