Teil eines Werkes 
1. Theil (1810)
Entstehung
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des Allmächt'gen Sohn an's Kreuz geheftet, den Him⸗ mel uns zu öffnen, und Unglück, Einfalt, Unſchuld auf der Erde hoch zu ehren. Doch an des Ladons Ufern, in den Hainen Arkadiens, in einer zaubervol⸗ len Nacht, in dieſem Lande, das der Dichter Fantaſie der Liebe und dem Glück zur Heimath weihte, wie hier den Geiſt der Muſenprieſterinn an ſo ernſte Dinge feſſeln? Doch, Tochter des Demodokos, ernſtes Sinnen ſtärkt in dem Herz des Chriſten edle Liebe; es macht ihn jeder Tugend fähig, und würdiger, geliebt zu ſeyn.

Aufmerkſam lauſchte Kymodokae der Rede des Jünglings: wundervoll wogte es in ihres Herzens Tie⸗ fen. Eine Binde ſchien vom Auge ihr zu ſinken, ein göttlich Licht ihr in der Ferne aufzudämmern. Weis⸗ heit, Zucht, Vernunft und Liebe erſchienen ihrem Blick zum erſtenmal in unbekanntem Bunde. Des Chriſten evangeliſche Trauer, die er in jedes Gefühl des Lebens miſcht, die Schmerzenslaute, die im Schooſe der Genüße ihm entquellen, vollendeten das Staunen, die Beſtürzung Kymodokaes. Ein Kruzifix! bot ihr Eudoros dar:

Dies iſt,ſprach er, der Gott der Liebe, des Friedens, der Barmherzigkeit, und doch verfolgt! Kymodokae, nur auf dies heil'ge Bild kann ich dein Bundeswort empfangen, wenn du mich würdig findeſt, mir deine Hand zu reichen. Nie ſoll der Altar deiner Götzen, nie deines Eros Köcher den Chriſtusdiener mit der Muſenprieſterinn ſich einen ſehn!

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