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ger entzückend, als dieſe Worte, dem Sohne Laſthe⸗ nes entſchlüpft— ſie füllen mit Wonne das Herz Ky⸗ modokaes. Wie zwei Pappeln ſchweigend, am Rand der Quelle, in tiefer Ruhe einer Sommernacht, zum Himmel ſteigen, ſo weilten bewegungslos und ſtumm die vom Himmel erlesnen Gatten am Eingang der Grotte. Das Schweigen brach zuerſt Kymodokae: „Verzeihe, Krieger, den ungeſtümmen Fragen einer unwiſſenden Meßenierin. Niemand kann etwas wiſſen, wenn ein geſchickter Lehrer ihn nicht unterrich⸗ tet, oder wenn die Götter ſelbſt den Geiſt ihm nicht liebeſorgend ſchmückten. Und gar ein junges Mädchen: ſie weiß nichts, wenn nicht Schleier bei ihren Ge— fährtinnen ſie ſticken gieng, die Theater oder die Tem— pel ſie beſuchte. Nie habe ich den Vater verlaſſen, der Unſterblichen geliebten Prieſter. Sage mir, weil man in deinem Glauben lieben darf, giebts denn eine chriſtliche Afroditae? Hat einen Wagen ſie und Tau⸗ ben? Sehnſucht, Liebeszank, heimlich ſtilles Koſen, unſchuld'ge Liſt und ſüße Scherze, die auch das Herz des Weiſeſten gewinnen, birgt ſie Afroditaes Gürtel, wie mein Götterahne es erzält? Iſt furchtbar der Göt⸗ tinn Zorn?— Zwingt ſie die Jungfrau, von der
Palaeſtra den Jüngling wegzuholen, unter das Va⸗
terdach ihn heimlich einzuführen?— Feſſelt deine Afroditae Zungen; gießt Flammenglut und Todeskälte ſie in die Adern? Heißt Zaubertränke ſie gebrauchen, den Ungetreuen wieder zu gewinnen, zum Monde ſin⸗ gen, die Pfortenſchwelle beſchwbören?— Vielleicht


