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Jungfrau Schickſal anzuknüpfen, nach der ein frevel⸗ voller Machthaber ſtrebte; doch Eudoros, Triumphator, mit des Reiches Würden ſchon bekleidet; Eudoros, geſchätzt von Diokletian, von den Soldaten angebetet, geliebt vom Prinzen, der einſt den Purpur erben ſoll, iſt nicht er der ruhmbedeckte Gatte, der Kymodokge zu ſchützen, ſie zu vertheidigen vermag? Zeus, Aphro⸗ ditae, Eros haben den jungen Helden ſelbſt an Meſ⸗ ſeniens Geſtade hingeleitet!
Unwillkührlich nahte Kymodofge der Stelle, wo Laſthenes Sohn ſeine Geſchichte geendet hatte. Wenn eine Ziege der Pyrenäen am Tage, tief im Thal, mit ihrem Hirten ruhte, wenn nächtlich ſie von der Kripp' entweicht und die gewohnte Weide ſucht, dann fin⸗ det am Morgen ſie der Schäfer unter dem bluͤhen⸗ den Cytiſus wieder, den er zum Obdach ſich gewählt— ſo ſteigt allmählig Homaeros T Tochter zu der Grotte auf, von dem Jäger aus Arkadien bewohnt. Itzt erblickt ſie am Eingang einen bewegungsloſen Schat⸗ ten; ſie glaubt Eudoros zu erkennen. Sie verweilt; die Knie zittern ihr, ſie vermag nicht weiter zu ſchreiten, nicht zu fliehen. Laſthenes Sohn war's ſelbſt; er betete, von den Zeichen ſeiner Buße umgeben: das Bußgewand, Aſche, eines Martyrs gebleichter Schädel machten ſeine Thränen ſtrömen, belebten ſeinen Glauben. Er hört Kymodokaes Trit⸗ te; das reizende Mädchen ſieht er im Begriff zur Erde hinzuſinken; er fliegt zu ihrer Hülfe, hält ſie in ſeinen Armen, und enthält ſich kaum, ſie an ſein


