Teil eines Werkes 
1. Theil (1810)
Entstehung
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Wüthen tobt, wenn alles ruhig am Geſtade ſcheint, und unvorſicht'ge Schiffer die Seegel aufzuſpannen, den Hafen zu verlaſſen wagen; er ſtützt die ſtarke Hand aufs Ruder, und eilt aus hoher See, um hinter einem Felſen ſich zu bergen. Wahre Liebe hat zum erſtenmal ſich in Eudoros Herz geſchlichen. Laſthenes Sohn ſtaunt ob der Gefühle Schüchtern⸗ heit, ob ſeine Plane Ernſt; von ſeiner Begierden Kühnheit, vom Leichtſinn ſo verſchieden, der ſonſt in ſeiner Liebe athmete. Dies Heidenmädchen der Chriſtenlehre zu gewinnen, zur Gattinn ſie zu wäh⸗ len, des Himmels und des Hochzeitgemaches Pfor⸗ ten ihr zugleich zu öffnen dem Chriſten ein hohes Gluck!

Die Sonne tauchte ſich in's Meer der Atlanti den, ihr Scheideſtral vergoldete die glücklichen In⸗ ſeln, da wollte die Chriſtenfamilie Demodokos ver⸗ laſſen, doch bat Laſthenes ihn, zu bedenken; es ſei Hinterliſt und gefahrerfüllt die Nacht. Homaeros Prieſter willigte, bis zu Aurorens Wiederkehr, bei ſei nem Gaſtfreund noch zu harren. In ihrem Gemache einſam, wiederholte ſich Kimodokae, was von Eu doros Geſchichte ihr bewußt; ihre Wange war ge röthet, ungekanntes Feuer flammte ihr im Auge. Glühende Schlafloſigkeit ſcheucht vom Lager endlich die Muſenprieſterinn. Sie ſteht auf, nächtliche Kühle will ſie athmen, ſie ſteigt zu den Gärten am Abhang des Gebürges nieder.

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