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Alkibiades auf ſeinen Wogen trug, als entzuͤckenvoll ganz Italien herbeiſtrömte, den ſchönſten der Griechen zu erblicken. Schon waren vor Hierokles Blick Al⸗ kinous Gärten und Buthrotons Höhen vorübergeflogen, Nachbargegenden, von der Lyra zwei Meiſlern ver⸗ ewigt. Leukatae, wo noch die Flammen des Lesbi— ſchen Mädchens lodern; Ithaka, von Felſen ſtarrend; Zackynthos mit Wald bedeckt; Kephallenia, den Tauben lieb, feſſeln wechſelnd des Römerproconſuls Blicke. Die Strophaden ſieht er, Kelainos unreinen Wohnſitz, und grüßt bald Elis ferne Gebürge. Er beſiehlt, nach Oſten hin zu ſteuern, und ſchifft dem Sandgeſtad entlang, wo Neſtor eine Haekatombe Poſeidon opferte, als Taelemachos nach Odyſſeus ihn fragte, an Weisheit den Göttern zu vergleichen. Zur linken läßt er Pylos, Sphakteria, Mothonae, nnd läuft in Meſſeniens Buſen ein: ſein Schiff ver— läßt die bittre Fluth, und raſtet in des Pamiſos fried⸗ lichen Gewäſſern.
Wahrend, gleich einer finſtern Wolke, auf den Meeren ſchwebend, Hierokles dem Vaterland der Götter und der Helden naht, war der Engel heil'ger Liebe in die Grotte des Sohnes Laſthenes herabge— ſtiegen: ſo ſtellte Ananias angeblicher Sohn ſich dem jungen Tobias dar, ihn zu Raguels Tochter zu geleiten. Wenn Gott in Men⸗ ſchenherzen die keuſchen Flammen ſenden will, denen die Wunder der Tugend entblühen, dann vertraut er dies wichtige Werk dem ſchönſten aller Himmels⸗


