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ſollen den Göttern opfern, und verfügt eine genaue Zählung der Gläubigen im ganzen Reiche.
Galerius iſt außer ſich vor Freude. Der Winzer, der berühmte Weinberge in Tmolus Thälern ſein eigen nennt, wandelt unter der Traube Blütenranken, und zält ſchon des Weines Fluten, die der Könige Becher oder die Kelche der Altäre füllen werden— ſo ſah im Geiſte ſchon Galerius das köſtliche Blut in Strömen fließen, das ihm des Chriſtenglaubens Blüte ſchon verheißt. Die Prokonſuln, die Praefekte, die Be⸗ fehlshaber der Provinzen ſcheiden vom Hofe, Diokle⸗ tians Befehle zu vollſtrecken. Hierokles küßt demüthig den Saum von Galerius Toga, und wagt mit der ſcheinbaren Selbſtverläugnung eines Mannes, der ſich der Wahrheit opfert, den kriechenden Blick zum Cäſar aufzuſchlagen: 3
„Sohn Jupiters,“ ſprach er„ erhabner Fürſt, Freund der Weisheit, ich gehe nach Achaja— ich will beginnen, die Empörer dort zu ſtrafen, die deine Un⸗ ſterblichkeit läſtern. Aber geſtatte mir, o Caeſar, du mein Glück, du mir aller Götter Innbegriff, offen zu dir zu ſprechen. Der Weiſe iſt, ſelbſt mit Gefahr des eignen Lebens, Wahrheit ſeinem Fürſten ſchuldig. Nicht Beharrlichkeit genug zeigt der göttliche Kaiſer gegen die Verhaßten. Wag' ich es zu ſagen, ohne deinen Zorn mir zu verdienen? Wenn aus alterſchwa⸗ cher Hand des Staates Zügel gleiten, verdient nicht dann Galerius, der Parther Sieger, den Thron des Weltalls zu beſteigen? Doch fürchte, Held die Fein⸗


